CPA 25 Interview: Matteo Haitzmann

"Man muss eine Sprache finden, die einen nicht stresst": ein Gespräch mit dem Salzburger Musiker, Komponisten, Tänzer und Choreografen Matteo Haitzmann
Matteo Haitzmann

(c) Stefan Hauer

Interview: Angela Heide

Angela Heide

Du bist in der kleinen Gemeinde Unken im Bezirk Zell am See aufgewachsen. Wie weit wurdest du schon in deiner Kindheit und Jugend künstlerisch geprägt?

Matteo Haitzmann

Ich bin in einem sehr kleinen Dorf in Salzburg aufgewachsen, und es ist meiner Mutter zu verdanken, dass ich schon mit sechs Jahren Geigenunterricht nehmen durfte. Meine Mutter hatte das große Glück, dass ihre Eltern ihr wie auch ihren Geschwistern ermöglichte, ein Instrument zu erlernen. Und das hat sie dann auch mir und meinen Geschwister weitergegeben. Sie ist mehrere Jahre lang von unserem Dorf eine Stunde nach Salzburg Stadt gefahren, hat eine Stunde gewartet, während ich Unterricht hatte, und ist dann wieder eine Stunde mit mir nachhause gefahren. Dasselbe hat sie auch mit meinen Geschwistern gemacht. Das hat sie für uns getan, ohne je Druck auf uns auszuüben – zugleich war das für sie eine unglaubliche Mehrbelastung, für die ich ihr sehr dankbar bin. Ich selbst war am Anfang fleißig, was das Üben betraf. Und dann, während meiner Pubertät, eher faul. Es hat mir Spaß gemacht, aber ich wollte einfach nicht üben – und ich denke, es geht ganz vielen in dieser Lebensphase so.

Ich will meine Kindheit und Jugend auf dem Land nicht missen, aber es war auch nicht einfach, vor allem ab dem Zeitpunkt, als ich mit 14, 15 Jahren begonnen habe, Workshops zu besuchen, und Menschen kennen gelernt habe, die ähnliche Interessen haben und ähnlich „ticken“. Damals habe ich gemerkt, dass es Menschen gibt, die mir ganz ähnlich sind, und dieses Gefühl war verrückt. Erst zu diesem Zeitpunkt ist so etwas wie ein Sehnsuchtsmoment in mir entstanden. Ich denke, das ist charakteristisch für meinen künstlerischen Weg: dass mir sehr viel ermöglicht worden ist, dass ich aber auch sehr viel selbst entdecken musste.

Angela Heide

War das Thema Volksmusik schon früh in deiner musikalischen Laufbahn präsent?

Matteo Haitzmann

Nein, tatsächlich nicht. Meine Brüder haben, anders als ich, schon früh Volksmusik gemacht. In meinem Fall war das, da ich Geige gelernt habe, aber nicht so; es war ein rein klassischer Unterricht. Erst später habe ich einen Zugang dazu gefunden – und auch erkannt, dass ich mich musikalisch eher zur Renaissance- oder Barock-Musik als zur Klassik hingezogen fühle, wobei mein Unterricht in den ersten Jahren jedoch sehr auf Letztere fokussiert war. Auch das war ein Entdecken. In der Rückschau glaube ich, dass ich über die Volksmusik meinen Weg hinaus aus dem klassischen romantischen Repertoire gefunden habe.

Eine weitere Entdeckung war, dass ich den Weg als Geiger zwar weitergehen will und dass meine Fähigkeiten als Instrumentalist in einem Bereich ganz gut sind, dass ich aber nie das Niveau erreichen werde, das es braucht, um eine „klassische“ Solisten-Karriere zu verfolgen.

Angela Heide

Du hast dich 2011 aber doch für das Geigenstudium in Linz entschieden?

Matteo Haitzmann

Ich habe aber – für Geige – sehr spät zu studieren begonnen, da ich nach der Schule drei Jahre lang hauptberuflich gemodelt habe. Ich war international viel unterwegs, und in diesen Jahren ist so auch mein Interesse an Mode und bildender Kunst stetig gewachsen, und es sind auch viele Freundschaften entstanden, die mich bis heute begleiten. Es waren wichtige und prägende Jahre, aber nach dieser Zeit habe ich gewusst, dass ich wirklich Geige studieren will, und habe mit dem Modeln aufgehört und parallel meine Ausbildung an der Anton-Bruckner-Privatuniversität in Linz begonnen und die Volksmusik-Band Alma gegründet.

Angela Heide

Wie kam es zu deiner Entscheidung, dich für die Jazzklasse der Anton-Bruckner-Privatuniversität zu bewerben?

Matteo Haitzmann

Nach Linz bin ich hauptsächlich wegen des damals dort lehrenden Geigers Andi Schreiber gegangen, da er die große Qualität hat, die künstlerische Sprache seiner Student*innen bestehen zu lassen, sie nicht alle nach demselben Muster zu formen. Neben dem Studium bei ihm habe ich bei der ebenso wunderbaren Michi Gaigg Unterricht in Barock-Geige genommen. Aber ein klassischer Musikstudent war ich nie: Ich habe mich immer schon für sehr viele unterschiedliche Disziplinen interessiert, und ich war von Beginn an auch schon selbst als Musiker viel unterwegs – mit Alma, bald auch schon mit Little Rosies Kindergarten. Erst als ich von Linz nach Berlin gegangen bin, wo ich in das Masterprogramm SODA – Solo Dance and Authorship an der Universität der Künste aufgenommen wurde, habe ich entschlossen, wirklich nur zu studieren. Ich habe damals, erinnere ich mich, sehr viele bereits geplante Konzerte abgesagt – aber wir haben mit Alma nur pausiert, und unser Ensemble besteht bis heute. Und auch mit den Kolleg*innen aus Linz bin ich bis heute in engem Kontakt geblieben. So hat auch Judith Schwarz, die Schlagzeugerin von „Make it Count, in Linz studiert. Kennen gelernt haben wir uns bei einem Frank-Zappa-Projekt, und entstanden ist daraus unser Jazzkollektiv Little Rosies Kindergarten, das ebenfalls bis heute existiert. Von den 13 Menschen, die hier zusammenarbeiten, haben mehr als die Hälfte in Linz studiert – für diese Offenheit des Linzer Instituts abseits jeglicher „Jazz-Verbissenheit“ bin ich sehr dankbar.

Bei „Make it count“ lag der Fokus bei der Ausdauer. So konnten auch Zuschauer*innen, die mit Tanz oder Musik nicht so viel anfangen, genau bei dieser Ausdauer ansetzen und hier so etwas wie Empathie empfinden

Matteo Haitzmann
Angela Heide

Ihr habt vor mehreren Jahren mit der Arbeit an „Make it Count“ begonnen. Wie kam es dazu?

Matteo Haitzmann

Begonnen haben wir daran zu arbeiten, als ich mich für Berlin beworben habe und dafür ein zehnminütiges Solo entwickeln musste.

Angela Heide

Das heißt, „Make it Count“ war bereits dein Studienprojekt in Berlin?

Matteo Haitzmann

Ja. Und während meine Kolleg*innen verschiedene Dinge ausprobiert haben, bin ich einfach zwei Jahre lang gehüpft. Ich habe dabei ganz unterschiedliche Dinge ausprobiert, etwa, Töpfe mikrofoniert und die durch das Hüpfen erzeugten Sounds live während des Springens geloopt. Dann gab es eine etwas inszeniertere Version und dazwischen ganz viel Ausprobieren. Längere Zeit lang war auch das Schlagwerk nicht dabei, da ich in Berlin war und allein weitergearbeitet habe. Und dann kam Arthur Fussy dazu, mit dem Judith Schwarz viel zusammenarbeitet. Ab diesem Zeitpunkt stand das gemeinsame Ausprobieren im Zentrum, und das war nur möglich, weil wir so lange daran arbeiten konnten.

Angela Heide

Wie kam es, dass du 2014 auch die Klasse für Performancekunst an der Akademie der bildenden Künste Wien besucht hast?

Matteo Haitzmann

Die Akademie war für mich immer so eine Art Sehnsuchtsort gewesen, eine Art Gegenprogramm zum sehr strukturierten Musikstudium. Doch letzten Endes war es dann schon zu viel, und ich habe Linz und Berlin abgeschlossen, das Wiener Studium aber nach zwei Jahren beendet.

Angela Heide

2017 habt ihr mit Alma ein Konzert im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins gegeben, bei dem ihr gemeinsam mit dem Niederösterreichischen Tonkünstler-Orchester aufgetreten seid und Kompositionen von dir zu hören waren. Im selben Jahr hast du das Salzburger Jahresstipendium für darstellende Kunst erhalten – und bist für Simon Mayers Projekt Sons of Sissy zum ersten Mal auch als Tänzer auf der Bühne gestanden. Eine Begegnung, die du in bisherigen Interviews als prägend beschrieben hast.

Matteo Haitzmann

Ja, das stimmt. Ich war schon immer an Performance interessiert, und da Simon Mayer einige Freunde von mir für Sons of Sissy eingeladen hatte, habe ich mich quasi selbst dazu eingeladen und wollte bei diesem Rechercheprojekt, in dem es ja wesentlich auch um Volksmusik ging, unbedingt mitmachen. Was sich dabei gezeigt hat, war ein „natürliches“ Gefühl für etwas, in diesem Fall für das Tanzen. Ich habe das immer wieder erlebt, dass man, wenn man dieses natürliche Gefühl hat, noch nicht so viel hinterfragt. Leider geht dieses Gefühl mit der Zeit verloren, und umso mehr beginnt man sich, seinen Körper und seine Fähigkeiten zu hinterfragen. Das ist eigentlich schade. Du beginnst dann zu denken, dass du für dieses oder jenes nicht „den Körper“ hast, und es wird immer schwerer, dieses Gefühl des Beginns wiederzufinden oder zu behalten. Das ist mit ein Grund, warum ich mich bei „Make it Count – und zuletzt auch für "Im Styx baden" – für sehr klare Bewegungen entschieden habe.

Angela Heide

Deine erste Soloarbeit war 2022–2023 „Those we lost“, zu dem auch die Videoarbeit „Do what you want to do“ gehört. Wie kam es zu deiner intensiven Auseinandersetzung mit Aids?

Matteo Haitzmann

Begonnen hat diese Arbeit mit Gideon Mendels Buch „The Ward“ von 2017, in dem er seine 1993 in der ersten AIDS-Station Londons gemachten Fotografien publizierte. Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt, und ich wollte ein Projekt in Form einer Art künstlerischen Erinnerungsarbeit machen, denn was sich in den 1980er- und 1990er-Jahren entwickelt hat, gehört heute zum queeren und – ich sage das jetzt sehr bewusst: schwulen Erbe. Das Material, das ich dabei verwende, ist so akkurat und so heutig, dass ich im Fall dieses Projekts auch großen Wert auf die genauen Quellenangaben gelegt habe. Und es war auch das erste Stück, bei dem ich gesungen habe.

Angela Heide

Make it Count“ hat, seit ihr daran zu arbeiten begonnen habt, seinerseits mehrere „Previews“ erlebt, die ebenso wichtig für dessen Entwicklung waren.

Matteo Haitzmann

Wir hatten 2021–2022 eine einjährige Ensemble-Residency im Porgy & Bess, und jede*r von uns musste im Rahmen dessen einen Abend gestalten. In meinem Fall war es ein Tanzkonzert, das genau mit dieser zehnminütigen Begegnung von Judith und mir, Springschnur und Schlagwerk, begonnen hat. Ich war damals im Zuschauerraum, den wir gänzlich freigeräumt hatten, und als sich nach den zehn Minuten das ganze restlich Jazzorchester zu uns gesellt hat, war die Stimmung im ganzen Saal einfach unglaublich. Wie intensiv dieses Hüpfen, das im Zentrum von „Make it Countsteht, für alle ist, für mich wie auch die Zuschauer*innen, davon war ich total überrascht. Und so war es eigentlich konsequent, dass wir daran weitergearbeitet haben.

Eine weitere Station war dann 2023 die Eröffnung der wellenklænge in Lunz, bei der wir mit der großartigen Sängerin Anja Om plus Ensemble und dem Chor Camerata Styria arbeiten durften; ein unglaubliches Erlebnis für uns alle. Diese enorm lange Zeit, die wir für dieses Stück hatten, ist außergewöhnlich. Und vermutlich werde ich das in dieser Form nie wieder erleben.

Angela Heide

2024 war erneut ein intensives Jahr: Zuerst, im Februar, Wolfgang Menardis „Heit bin e ned munta wuan“ am Wiener Volkstheater, für das du sowohl für die Komposition wie die musikalische Leitung verantwortlich gezeichnet hast. Und im Herbst wurde „Make it Count“ im brut nordwest uraufgeführt. Das Stück wurde daraufhin gleich mehrfach eingeladen. Im Juni 2025 wart ihr damit beim Festival tanz ist im spielboden Dornbirn zu sehen, im Juli im Rahmen von 8tension bei ImPulsTanz, und im Herbst 2025 seid ihr nun zu Gast bei der Choreographic Platform Austria in der SZENE Salzburg. Parallel dazu warst du mit dem Musiktheater für junges Publikum Berge flüstern laut bei den Salzburger Festspielen 2025. Ein enormes Pensum!

Matteo Haitzmann

Ja, es war unglaublich: Im Juli hatte ich tatsächlich einen Samstag, an dem ich am Nachmittag in Salzburg aufgetreten bin und abends bei ImPulsTanz – mit einer Stunde Hüpfen!

Angela Heide

Make it Count“ ist eine in jeder Hinsicht präzise durchkomponierte Arbeit, in der deine Bewegungen, Sound, aber auch Licht und selbst der Nebel mit höchster Genauigkeit aufeinander abgestimmt sind – und aufeinander Bezug nehmen.

Matteo Haitzmann

Ich denke immer in musikalischen Formen, und da wir alle auch von der improvisierten Musik kommen, denken wir alle in diesen Mustern. „Make it Countist wie ein Jazzkonzert, in dem es fixierte Formen gibt und improvisierte, wobei man immer weiß, wo man weitergeht, und das betrifft auch das Licht. Und es ist sehr viel Zählen, wobei wir als Musiker*innen das oft gar nicht mehr brauchen, das ist in uns drinnen. Auch Hanna Kritten Tangsoo, die für das Lichtdesign verantwortlich zeichnet, und Lukas Froschauer, der das Sound Design entwickelt hat, sind so exakt abgestimmt, dass es in der Rückschau wie ein einziger Luxus wirkt, dass wir dieses Projekt in dieser Form realisieren durften. Auch bei Sons of Sissy hatten wir eine aus jetziger Sicht eine lange Probenzeit – etwas, das heute nicht mehr möglich scheint.

Mir graut es als Künstler, etwas darzustellen, das man nicht ist

Matteo Haitzmann
Angela Heide

So eindrucksvoll euer Zusammenspiel auf allen Ebenen ist, so sehr fühlt man in „Make it Count“ auch so etwas wie Einsamkeit oder Abgeschlossenheit, wirken Judith Schwarz links am erweiterten Schlagwerk, Arthur Fussy rechts am modularen Synthesizer und du in der Mitte, auf diesem schmalen langen Podium und mit deiner verstärkten Springschnur, vereinzelt. Ihr kommt zwar immer wieder in eine Art performativen Dialog, fragmentiert euch aber auch wieder und wieder, wobei auch diese Passagen ja einer exakten kompositorischen Struktur folgen. Diese Vereinzelung ist ein Aspekt, den du auch in „Im Styx baden“ thematisierst, wenn du davon schreibst, dass deine Figur sich zwischen „Überforderung, Sehnsucht und selbstgewählter Isolation entfaltet“.

Matteo Haitzmann

Das stimmt, das habe ich mir jetzt und das habe ich mir auch schon bei „Those we lost“ gedacht. Bis jetzt war es immer eine stille, nicht bewegende Präsenz, die mir auch persönlich sehr liegt. Wobei ich das Gefühl habe, dass sich das im Verlauf der Vorstellungen auch geändert hat, ich mich verändert habe, sodass ich denke, dass ich nun bei „Make it Countetwas durchlässiger geworden bin – bei „Im Styx baden“ kann ich es noch nicht sagen.

Angela Heide

Kannst du diesen Aspekt der Einsamkeit im Kontext deines künstlerischen Denkens noch etwas genauer ausführen?

Matteo Haitzmann

Das Vernetztsein und die Verbundenheit, die ich mit einer Reihe von Menschen habe, geht auf eine weit zurückliegende Zeit in meinem Leben zurück, diese tiefen Freundschaften und langen künstlerischen Partnerschaften, von denen ich bereits gesprochen habe. Und dann bin ich auch immer wieder euphorisch, wenn ich neuen Menschen begegne, wie Hanna. Und doch ist es derzeit in meinem Arbeitsleben, ohne pathetisch wirken zu wollen, nicht „drin“. Ich muss tatsächlich nach den letzten zwei Jahren ohne Pause mit meiner Kraft haushalten. Vielleicht ist es auch ein Generationsproblem, vielleicht sind wir empfindlicher geworden – das ist vielleicht das falsche Wort –, aber vielleicht sind wir bewusster geworden, unseren Körper zu halten. Ich merke, dass es in diesen letzten zwei Jahren nichts anderes gab als arbeiten. Und ich merke, dass man Gefahr läuft, in diesem andauernden Arbeitsprozess die Empathie zu verlieren. Dieses Verlieren von Empathie und sozialer Kompetenz ist auch ein Produkt dieses Wirbelwinds, in den man geschleudert wird und dem man nicht auskommt, das mache ich mir selbst immer wieder bewusst. Daher war auch „Those we lost“ für mich eine so wichtige Erfahrung, geht es hier doch zentral um Empathie und Verständnis. Bei „Make it Countlag der Fokus bei der Ausdauer. So konnten auch Zuschauer*innen, die mit Tanz oder Musik nicht so viel anfangen, genau bei dieser Ausdauer ansetzen und hier so etwas wie Empathie empfinden. Bei „Im Styx baden“ sind es eben diese Einsamkeit und Verlorenheit, aus denen heraus ich einen musikalischen Monolog entstehen lasse. Ich glaube, dass diese Verlorenheit die in gewisser Weise auf Überforderung fußt, ist etwas, das vielen von uns bekannt ist und womit man an die Arbeit anknüpfen kann.

Angela Heide

Was würdest du, zum Abschluss unseres Gesprächs, für dich als zentral in deinem aktuellen künstlerischen Tätigsein beschreiben?

Matteo Haitzmann

Mir graut es als Künstler, etwas darzustellen, das man nicht ist. Man ist vielleicht etwas anderes, aber es ist ein unglaublich schmaler Grat, auf dem man sich bewegt, um nicht in diese Muster, die man immer wieder sieht, abzurutschen. Und so habe ich Strategien entwickelt, um meinen Körper in dieses nicht so Bewertende hineinzubekommen, und das ist zum Beispiel eben Hüpfen, wobei es nicht unbedingt das Hüpfen von „Make it Countsein muss, sondern auch ein Shaken sein kann. Wenn ich merke, dass ich die Verbindung zu mir selbst verlieren, dann hilft mir das, um meinen Kopf wieder zu leeren und weiterzumachen.

Was für mich ganz wichtig ist: eine Sprache zu finden, die einen nicht stresst. Und zugleich ein Level zu finden, das nicht unter etwas ist, das man selbst konsumieren möchte. Und ich bin leider besessen von Virtuosität, die mich fasziniert. Das heißt, dass ich nicht in allem diese Virtuosität mitbringen muss – aber dann eben in etwas anderem.