Brückenbauen zwischen den Welten: Von Heimat und Tänzen am Tiroler Landestheater

Die Choreografen Marcel Leemann und Simon Mayer sprechen in unserem Videobeitrag über ihre gemeinsame Arbeit und über einen zeitgenössischen Umgang mit den Begriffen Heimat und Tradition

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Tiroler Landestheater

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Tiroler Landestheater

Das Tiroler Landestheater in Innsbruck ist ein bedeutendes Theaterhaus mit einer Geschichte, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht und sich aus einem ehemaligen Ballspielhaus entwickelte. Als Teil der Tiroler Landestheater und Orchester GmbH bietet es an seinen Spielstätten - dem Großen Haus und den Kammerspielen - ein vielfältiges Programm aus Oper, Schauspiel und anderen Theaterformen. Das Theater arbeitet eng mit dem Tiroler Symphonieorchester Innsbruck zusammen und ist im neu erbauten Haus der Musik Innsbruck beheimatet, das als kultureller Mehrzweckbau konzipiert ist. Seit 2023/24 wird das Haus von Intendantin Irene Girkinger künstlerisch geleitet.

Marcel Leemann

Marcel Leemann, geboren 1969 in Zürich, begann seine berufliche Laufbahn als Zimmermann, bevor er im Alter von 18 Jahren eine Ausbildung zum Tänzer in Zürich, Stuttgart und Budapest absolvierte. Als Mitglied renommierter Ensembles, darunter die Semperoper Dresden, das Luzerner Theater und die Bühnen Bern, sammelte er umfassende Bühnenerfahrung als Tänzer.

Im Anschluss etablierte sich Leemann als freischaffender Choreograf, Tänzer und Theaterregisseur sowie als Tanz- und Theaterpädagoge. Mit seinem eigenen Ensemble, dem «Marcel Leemann Physical Dance Theater», tourte er regelmäßig sowohl in der Schweiz als auch international und produzierte eigenständige Tanzwerke.

Darüber hinaus kreierte er Choreografien und führte Regie bei Produktionen in den Bereichen Tanz, Musical, Oper, Operette und Schauspiel an namhaften Theatern im In- und Ausland. Zu den Stationen seiner Karriere zählen unter anderem das Luzerner Theater, die Bühnen Bern, das Theater St. Gallen, das Oldenburgische Staatstheater, die Deutsche Oper Berlin, das Theater Magdeburg, das Staatstheater Karlsruhe sowie die Vereinigten Bühnen Bozen.Leemann engagierte sich intensiv in der Arbeit mit Jugendlichen und schuf in Zusammenarbeit mit der Jungen Bühne Bern, wo er Co-Leiter war und seinem Label «Youngster und Sprungbrett» zahlreiche Tanz- und Theaterstücke für und mit Jugendlichen.

Als Leiter des Festivals Physical Days Bern brachte Leemann immer wieder aufstrebende Tanzlehrer:innen und Choreograf:innen nach Bern und prägte so die Tanzszene dort nachhaltig.

Seit September 2023 ist Marcel Leemann als Co-Direktor Tanz am Tiroler Landestheater in Innsbruck tätig.

Simon Mayer

Simon Mayer, geboren 1984 in Österreich, ist Choreograph, Musiker, Performer, Lektor und Kurator. Er studierte an der Ballettschule der Wiener Staatsoper und am P.A.R.T.S. in Brüssel und war Mitglied des Balletts der Wiener Staatsoper. Weiterbildungen in den Bereichen Self Induced Cognitive Trance, Boundary und Consent, Achtsamkeit und Trauma Arbeit folgten. Simon studierte Gesang bei Prof. Ingrid Doll und spielte als Multi-Instrumentalist und Sänger in verschiedenen Bands. Er veröffentlichte bereits mehrere Audio-Performances und Alben seiner musikalischen Kompositionen und Bühnenproduktionen. Als Tänzer, Choreograph und Musiker war er unter anderen an Produktionen von Anne Teresa de Keersmaeker/Rosas (The Song), Wim Vandekeybus und Zita Swoon beteiligt. Seine Choreografien und Auftragsarbeiten beinhalten Werke für das Europäische Forum Alpbach, Choreografien für Hochschulen und Universitäten bis hin zur Paris Fashion Week 2024, wo Simon Mayer für Vivianne Westwood und Andreas Kronthaler choreografierte und performte. Sein choreografisches Repertoire umfasst Solos, Duette, Gruppenstücke sowie sozial engagierte und immersive Veranstaltungen: SunBengSitting, Sons of Sissy, Oh Magic, Volxfest, Being Moved, Bones & Wires, Somatic Tratata. Seine Stücke werden international aufgeführt (Europe, China, Chile, Kanada): Festival Actoral (FR), Kunstenfestivaldesarts(BE), ImPulsTanz (AT), steirischerherbst (AT), BelluardBollwerk (CH), BIT Teatergarasjen (NO), Tweetakt Festival (NL), Homo Novus Festival (LV), The Place (UK), The Dance Center (CA), Power Station of ART (CN) u.a. Als Kurator und Intendant hatte er u. a. die Leitung und Co-Leitung der Festivals „Spiel“ (AT), Tanzplan Ost (CH) und des Ecstatic Body Festival (Tanzquartier Wien). Neben seiner Bühnentätigkeit ist Simon Mayer als dramaturgischer Begleiter, Coach und Workshopleiter tätig. Er ist Facilitator des Trance Science Instituts Paris (Corine Sombrun), hält eigene Seminare und unterrichtet als Gastdozent bei internationalen Festivals und Universitäten (HfMDK Frankfurt, Impulstanz Festival, MUK Wien, RITCS Brüssel, Beaux-Art Akademie Paris, Camping Asia in Taipei). Seine künstlerische Forschung beinhaltet: Artistic Experiencing (Kunst/Kreativität und Wohlbefinden, Achtsamkeit & Nachhaltigkeit durch künstlerische Praxis), die Kunst und Kraft des Feierns (vor allem in Krisenzeiten), Trance Art Research (Trance Traditionen & Self Induced Cognitive Trance), Heimat und Verkörperung (Die Verkörperung und der körperliche Ausdruck von Heimatgefühlen) sowie Performer-Facilitator Training (Verwendung von Performance- und Bühnenskills im Bereich Hosting & Facilitating von partizipativen und immersiven Projekten und vice versa). 2017 erhielt er den Outstanding Artist Award des österreichischen Bundeskanzleramtes und 2018 den Anerkennungspreis des Landes Oberösterreich.

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